Letztes Feedback

Meta





 

1. Neurofeedback-Sitzung

Heute hatte ich meine erste Neurofeedback-Sitzung. Insgesamt dauerte die Einheit sicherlich nicht mehr als 30 Minuten. Ich setzte mich auf einen sehr gemütlichen Sessel, die Beine hochgelegt. Ca. 2 m entfernt hängt ein Bildschirm, auf den ich gucken soll. Aufgrund meiner desolaten Gesamtsituation wollte Dr. M ganz langsam beginnen.

Zunächst wurden mir drei Elektroden am Kopf und eine am rechten Ohr aufgesetzt. Dann sollte ich mir aus verschiedenen Bildern, die auf dem Bildschirm zu sehen waren, eines aussuchen, das mich anspricht. Ich wählte den Blick in einen Wald. Es war eine echte Fotografie, Bäume ragten in den Himmel, weit entfernt durch das Blätterdach schien die Sonne hinein.

Während ich so darauf schaute, fielen Blätter vom oberen Rand des Bildes nach unten. Es waren digitale Blätter. Dabei lief angenehme entspannende Musik. Das Bild veränderte sich, je nachdem, welche Ströme von meinem Gehirn abgegeben wurden. Mal waren es mehr Blätter, die herunterfielen, mal weniger, mal wurde das Bild dunkler, mal heller, mal wurde das Bild nebliger (oder verschwand komplett, etwa wenn ich sprach) oder schärfer. Tun musste ich gar nichts, außer drauf gucken. Ich sollte mich noch nicht mal besonders entspannen oder so. Gar nichts machen, nur schauen.

Alle 2 bis 3 Minuten unterbrach Dr. M die Session und fragte mich, wie es mir geht, ob ich irgendwelche Veränderungen bemerken würde. Dann justierte sie die hz-Frequenz nach oben oder nach unten. Einmal ging die hr-Frequenz schneller, die Musik wurde lebendiger und neben den Blättern, die herunterfielen, begannen Blätter in den Bäumen zu wachsen und die Form zu verändern. Ich spürte einen stechenden Schmerz in meiner rechten Brust. Irgendwie wurde ich nervöser. Die Frequenz wurde wieder herunter gestellt. Da merkte ich, wie ich defokussierte, meine Augen verschwammen und auch meine Arme wurden schwerer, irgendwie drang die Müdigkeit und Erschöpfung durch.

Als die komplette Sitzung vorbei war, merkte ich keine wirkliche Veränderung. Aber ich dann die Stufen der Praxis herunter zu meinem Auto ging, merkte ich, wieviel mehr Elan ich hatte. Als ich eine Stunde vorher die Stufen hinaufgestiegen war, hatte ich mich fast am Geländer hochziehen müssen, so fertig und erschöpft und verzweifelt war ich gewesen. Das war irgendwie weg. Auf der Heimfahrt fragte ich mich dann, was ich machen sollte. Ich entschied spontan zur Drogerie Müller zu fahren und mir einen Kalender 2017 zu kaufen, um die vielen Termine endlich mal strukturiert einzutragen. Das tat ich dann auch. Ich fuhr dann nach Hause und aß etwas und trank etwas und räumte etwas auf. Erst da fiel mir auf, dass es mir besser geht! Irgendwie war die innere Anspannung zurückgegangen, diese Panik. Gedanken an meinen Ex konnte ich irgendwie leichter wegdrängen. Auch jetzt noch.

Ich bin noch ziemlich skeptisch. Vielleicht ist das nur ein Placebo-Effekt, vielleicht hat das gar nichts mit irgendeiner neuroplastischen Veränderung meines Gehirns zu tun. Das werde ich wohl erst nach ein paar weiteren Sitzungen sagen können. Morgen geht es weiter, jeden Tag jetzt bis Freitag. Wochenende Pause, dann nächste Woche wieder von Montag bis Freitag. Jedenfalls habe ich heute keine 10 Zigaretten geraucht und DAS ist echt mal ein Fortschritt, war es seit Mitte Oktober von Null auf Hundert quasi jeden Tag mindestens eine Schachtel.

Für heute habe ich mir nicht mehr vorgenommen außer: Tee trinken, Buch lesen, heißes Kräuterbad, beruhigende Musik, Kleinigkeit essen, früh ins Bett gehen. Morgen geht es weiter mit Traumatherapie bei Frau Susanne und der 2. Neurofeedback-Sitzung bei Dr. M. Stay tuned.

24.1.17 18:43

Letzte Einträge: Ein neuer Tag, Wie vor 35 Jahren..., 2. Neurofeedback-Sitzung und Entdeckung der Scham

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen