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2. Neurofeedback-Sitzung und Entdeckung der Scham

Die 2. Neurofeedback-Sitzung war leider nicht besonders erfolgreich. Schon den ganzen Morgen über ging es mir sehr schlecht. Um kurz nach 6 Uhr oder so bin ich aufgewacht, wieder voller Schmerz und Verzweiflung. Panik bei dem Gedanken an den Ex. Dieses unerträgliche Gefühl von Ungeliebt-sein.

Als ich dann bei Dr. M ankam, war ich wieder sehr geschwächt und kraftlos. Weinend saß ich im Wartezimmer. Zu Beginn wählte sie die gleiche Frequenz wie am Vortag, da spürte ich keine Veränderung. Dann wurde die Frequenz leicht verändert. Es ging mir merklich schlechter: Die Zuckungen in meinen Beinen nahmen zu, ich fühlte mich bedroht irgendwie. Es könnte aber auch an den düsteren Bildern gelegen haben, auf die ich Blicke (After the tempest). Die waren sehr deprimierend.

Danach hatte ich wieder einen Traumatherapie-Termin bei Frau Susanne. Es war noch Zeit und da ich nicht gefrühstückt hatte, ging ich noch in einen Bäcker. Weinend saß ich dann über meinem heißen Kaffee und einem Stück Johannisbeerkuchen, von dem ich nur zwei kleine Bissen herunterbekam. Die junge Frau in der Backstube setzte sich voller Anteilnahme zu mir. Aber es war nicht viel Zeit für lange Gespräche. Die Menschlichkeit hat aber gut getan. Es gibt gerade nicht viele Menschen in meinem Leben, die mir menschlich gegenüber sind. Es gibt gerade überhaupt nicht viele Menschen.

Am Nachmittag war ich wieder wie von Sinnen, verzweifelt, traurig, depressiv. Es kamen dann irgendwann die Pakete mit den Sachen an, die ich in den letzten Tagen bestellt hatte. Als ich die Klebestreifen der Pakete so aufschnitt, kam wieder ein Gefühl hoch, das ich zunächst als Traurigkeit einordnete. Dann aber merkte ich: es ist Scham. Mir ist das nie bewusst gewesen, aber mein Leben ist von unendlich großer Scham geprägt, von dem Gefühl, dass ich nicht okay bin wie ich bin. Dass es nicht okay ist, dass ich mir etwas gutes tue. Ich kann das gar nicht annehmen, ob von mir oder von anderen. Von meinem Ex hätte ich es annehmen können, er war gefühlt die Mutter, die ich mir wünschte (nicht, weil er so mütterlich war, nein, es war nur meine Projektion...). Aber ansonsten fällt mir das alles sehr schwer. Es fühlt sich nicht gut an. Auch als in den letzten Tagen in der Wanne lag, habe ich Scham gefühlt. Ich schäme mich für alles, das ich mir gutes tue. Ich spüre das Gute nicht. Ich spüre nur Scham.

Es gab heute vor allem am frühen Abend auch wieder die Gedanken dem Ganzen einfach ein Ende zu setzen. Soll es für mich wirklich noch ein anderes Leben geben, eines, das ich gerne lebe? Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber der Umstand, dass ich hier sitze und schreibe, beweist, dass es einen klitzekleinen Teil in mir gibt, der daran noch festhält. Ich habe Angst. Angst, dass es alles noch viel schlimmer kommt, dass ich alles verliere, was ich jetzt noch habe und dass mir die Kraft ausgeht, diesen Weg zu gehen.

25.1.17 20:21

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